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Mit Steurgeldern Säulenpappeln pflanzen...

Aktualisiert: 26. Apr 2020

Der Solothurn Regierungsrat findet es «vertretbar» mit Steuergeldern gebietsfremde Säulenpappeln zu pflanzen und ignoriert die Probleme, welche damit für eine der seltensten Baumarten der Schweiz einhergehen.


In der Dezembersesssion 2019 habe ich einen Vorstoss zum Thema Fremdländsiche Pflanzen bei Kunst am Bau eingereicht.

Der Regierungsrat hat Anfrage nach langer Wartezeit nun endlich beantwortet.

An der Emme in Derendingen wurde im Rahmen des Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojektes Emme 70 Säulenpappeln gepflanzt. Finanziert mit Steuergeldern als "Kunst am Bau".

Damit nicht genug. Diese Säulenpappeln sind eng verwandt mit der einheimischen Schwarzpappel, gefährdet aber deren genetische Identität und damit die Art an sich.

Die Schwarzpappel ist in der Schweiz durch Lebensraumzerstörung und genetische Verarmung stark gefährdet und zählt zu den seltensten Baumarten der Schweiz.

Der Regierungsrat argumentiert in seiner Antwort nun, dass die Säulenpappeln keine Hybride mit amerikanischen Pappelarten seien, sondern von der einheimischen Schwarzpappel abstammen.

Weiter weist man darauf hin, dass ausschliesslich männliche Säulenpapeln gepflanzt wurden und diese sich somit nicht fortpflanzen können.

Die meisten Säulenpappeln nördlich der Alpen sind tatsächlich männliche Klone und können selber keine Samen bilden. Die genetische Herkunft der Säulenpappeln ist nicht geklärt, es werden südlich gelegene Gebiete vermutet.

Was vom Regierungsrat als Lösung angepriesen wird, ist aber vielmehr Kern des Problems. Die weite Verbreitung dieses immer gleichen männlichen Säulenpappel-Klons führt dazu, dass dieser als Bestäuber von Schwarzpappelblüten einen negativen Einfluss auf die genetische Zusammensetzung der Art hat. Übermäßige Beteiligung einzelner Klone an der generativen Vermehrung wirkt stark einschränkend auf die genetische Vielfalt und führen zu Inzuchteffekte in den Folgegenerationen bei der einheimischen Schwarzpappel.

Wie der Regierungsrat richtig ausführt, wurden im gleichen Projekt an der Emme auch einheimische Schwarzpappeln gepflanzt. Die Nachkommen dieser heimischen Pappeln haben nun aber mit hoher Wahrscheinlichkeit alle den gleichen «Vater», nämlich die gebietsfremden Säulenpappeln, die man massenweise gepflanzt hat!

Ich unterstützte Kunstprojekte im Zusammenhang mit Kantonsbauten durchaus. Wenn damit aber wie hier Bemühungen im Biodiversitätsschutz torpediert werden, hört das Verständnis bei mir auf.

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